Geschichte des Dartsports: Die kleine Dartgeschichte

Geschichte und Entwicklung des Dartspiels

Über „Wo, wie und wann“ das Dartsspiel entstand gibt es keine konkreten Angaben sondern nur viele  Vermutungen und Spekulationen. Dass es aus dem englischen Raum kommt und eine militärische  Geschichte hat steht in fast allen Theorien. Die stolzen Engländer erzählen gerne, dass Boasdicea,  Königin der Urbriten, ihr kriegerisches Können beim Darts verfeinerte. Es wird auch behauptet, dass König Arthur eine Vorform des Darts gespielt haben soll.

Die Schilderungen über Darts im Mittelalter sind etwas konkreter. Die Angelsachsen gingen am  geschicktestens mit Pfeil und Bogen um, siegten unter anderem gegen die Franzosen in der Schlacht  bei Azincourt 1415, weil Sie angeblich vorher das Werfen abgebrochener Pfeilspitzen auf Altersringe von  Baumstammscheiben trainiert hatten. Und um sich in Friedenszeiten zu beschäftigen, trainierten die  Krieger Darts in den Wirthäuser.

1530 soll König Heinrich VIII von einer Frau, die er später köpfen ließ, Darts geschenkt bekommen haben. Vermutlich waren es kurze Speere, mit denen man jagte. Sogar strenggläubiger Auswanderer sollen auf  der Seefahrt nach Amerika das Dartspiel gepflegt haben … auf einem schwankenden Schiff ist das allerdings schwer vorstellbar…

Erst um die letzte Jahrhundertwende gab es richtige Hinweise, die England zum Ursprungsland des Darts  machten. 1896 ordnet der Zimmermann Brian Gamlin in Lancaster die Zahlen auf einem Zielbrett in der Reihenfolge die wir heute noch kennen. 1901 erscheint eine Anzeige über „Darts Boards“ im „Stationer,  Printer & Fancy Trade Register“. 1906 werden die Dartkörper nicht mehr aus Holz sondern aus Metall gemacht. Und schon 8 Jahre zuvor ist in America der erste faltbare Papier-Flight patentiert worden.

Darts wird im Jahre 1908 amtlich zum Geschicklichkeitsspiel erklärt. Der Gastwirt Foot Anakin aus Leeds hat dazu beigetragen. Er wurde vor Gericht gezogen, weil er in seinem Pub ein Glückspiel mit kleinen Pfeilen und  einer Zielscheibe erlaubte. Foot hing vor dem Richter ein Board auf und warf seine Pfeile auf die Scheibe.  Er bat dann, die Amtsträger das Gleiche zu tun. Ein Gerichtsdiener warf ebenfalls die Pfeile, traf aber noch nicht mal die Scheibe. Foot soll darauf hin sogar dreimal die double 20, das höchste Punktfeld, getroffen haben.  Dies beeindruckte den Richter, so dass dieser das Urteil fallen ließ: Darts sei kein Glückspiel. Von nun an konnte man in jedem Pub Darts spielen.

Die industrielle Revolution hat auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Beitrag zur Dartsgeschichte geleistet: in den Industriezentren Englands war dieser Kneipensport eine gute Entspannung nach der harten Arbeit in den Minen und Fabriken. Die Nähe der Städte in England trug im 20. Jahrhundert zu vielen Wettkämpfen bei.  In den zwei Weltkriegen waren die britischen Soldaten die wichtigsten Förderer dieses Sports, denn viele  Gefechtspausen verbrachten Sie mit Dartsspielen.

Darts wird heute auf der ganzen Welt gespielt. 48 nationale Darts-Organisationen mit ca. 3,5 Millionen Mitgliedern  sind in der World Dart Federation zusammengeschlossen. Und natürlich kommen noch die Verbänder dazu, die  nicht in zur WDF gehören. Allein in Großbritannien spielen rund zwei Millionen Menschen wettkampfmäßig Darts, zwei weitere Millionen zum nur zum Spaß.

In den siebziger Jahren wurde Darts durch Fernsehübertragungen mit einer sehr hohen Zuschauerquote zum Massensport. Die Darts-Vollprofis werden von Brauerein und Tabakfirmen gesponsert. Mit verschiednen Darts-
Produkten setzt die britische Darts-Branche rund 30 Millionen Pfund um,obwohl Darts verstärkt gegen andere
Spielangebote wie Snooker oder Poolbillard ankommen muss.

Die Wahrheit über die Beliebtheit dieses Sports liegt wohl in der Aussage eine Dart-Spielers:

„Beim Darts ist es egal ob man jung oder alt, dick oder dünn oder Groß- oder Kleinverdiener ist.“ Kann man das von einem anderen Sport sagen?